Video-Bewegungsanalyse, Orthopädie Schuh und Technik: Kraus GmbH, Ulm
Manchmal werben Sportgeschäfte mit einer Videoanalyse. Oftmals wird der Kunde auf ein Laufband gestellt und bei hochgekrempelter Hose ohne Markierungspunkte auf der Haut über eine Videokamera beobachtet. Leider fehlen bei solchen Praktiken wichtige Informationen über das gesamte Bewegungsmuster des Beines. Um eine aussagekräftige Bewegungsanalyse zu erhalten – und keine „Sockenbegutachtung“ -, sind einige Qualitätskriterien dringend erforderlich. Achten Sie darauf, denn der Begriff der Bewegungsanalyse ist nicht geschützt.
Folgende Qualitäts- und Ausstattungsmerkmale sind bei der Fa. Kraus Standard:

Hier gilt es zwei Typen von Laufbändern zu unterscheiden:
Das sogenannte „Schleiflaufband“ besteht aus einem Gummi-Endlosband. Es ist günstig, leicht transportabel und ist oftmals im Sporthandel oder an auf Messen durchgeführten Analysen anzutreffen. Das Schleiflaufband hat konstruktionsbedingt jedoch einen entscheidenden Nachteil: Beim Auftritt entsteht durch die Gleitreibung zwischen der Schleiflauffläche und dem Bodenbrett ein Stoppeffekt, wodurch Vibrationen entstehen. Schleiflaufbänder sind zudem flächenelastisch, verschieben sich zur Seite und tauchen bei jedem Schritt bis zu 2 cm ein. Die gemessenen Werte unterliegen somit einem großen Fehler, was zu Fehlinterpretationen führen kann. Fairerweise soll hier gesagt sein, das es auch hochwertigere Schleiflaufbänder gibt. Dennoch:
Um exakte Messungen vornehmen zu können, benutzen wir deshalb ein Lamellenlaufband. Die Lamellen werden wie die Ketten eines Panzers um die Antriebsrollen geführt. Sie sind fest, vibrationsfrei und lassen sich auch seitlich nicht verschieben. Konstruktionsbedingt entsteht hier keine Reibung so dass das Laufen bei diesem Laufbandtyp so natürlich und unverfälscht wie möglich durchgeführt werden kann.
Unser eingesetztes Lamellenlaufband Sprintex ORTHO eignet sich hervorragend zur videobasierten Lauf- oder Ganganalyse. Die Lauffläche hat eine Länge von 155 cm und 50 cm Breite. Zudem ist die Mittellinie durchgehend mit Referenzpunkten markiert. Das Laufband kann in der Laufrichtung umgekehrt werden, was die Betrachtung des Läufers von vorn und hinten ermöglicht.

Um eine Laufbewegung korrekt zu erfassen ist mehr als eine einzelne Kamera erforderlich. Neben der frontalen Ebene muss auch die seitliche Ebene erfasst werden. Ein Zwei-Kamera-System ist daher unbedingt erforderlich. Die Auswertung erfolgt ausschließlich über eine spezielle Software um eine synchrones Abspielen der unterschiedlichen Kameraposition zu ermöglichen. Die von der Fa. Kraus eingesetzte Templo-Laufanalyse Software ermöglicht es zudem, bestimmte Winkel zu erfassen oder Gelenkachsen nachzuverfolgen.

Da der Bodenkontakt eines Fußes im Schrittzyklus bei einer Laufgeschwindigkeit von 8 km/h nur knapp 0,3 Sekunden beträgt, sind extrem kurze Belichtungszeiten der digitalen Videokameras erforderlich um bei diesem hohen Bewegungstempo eine scharfe Auswertung zu erhalten. Dies bedingt eine adäquate Ausleuchtung durch leuchtstarke Scheinwerfer. Bei Zimmerbeleuchtung ist keine Bewegungsanalyse möglich!

Häufig wird bei Bewegungsanalysen das Augenmerk ausschließlich auf das Sprunggelenk bzw. auf das Ausmaß der Pronation, der Bewegung des Fußes im unteren Sprunggelenk, gelegt. Der Fuß wird hierbei –laienhaft ausgedrückt- nach innen eingeknickt. Eine starke Überpronation kann durch Schuhen mit Pronationsstütze (Verstärkung auf der Innenseite des Schuhs) vermindert werden. Es ist jedoch erforderlich neben dem Sprunggelenk auch das Gesamtbild, insbesondere die Beinachsenverhältnisse zu berücksichtigen. So macht bei einem X-Bein in Verbindung mit einem Knickfuß eine Pronationsstütze Sinn.
Ganz anders sind die Verhältnisse bei einem O-Bein. Hier kommt es zu einer verstärkten Pronationsbewegung (“nach innen knicken”), denn sonst würde man ohne diese verstärkte Eindrehbewegung nur auf der Außenkante des Fußes laufen. Der Fuß erlangt also über die verstärkte Knickbewegung seine Standfläche. Es handelt sich hier um eine notwendige Ausgleichsbewegung, die nicht unterbunden werden sollte!
Bei ausschließlicher Betrachtung des Sprunggelenks würde man zur Entscheidung gelangen, dass ein solcher Knickfuß Schuhe mit einer Pronationsstütze benötigt. Ein fataler Irrtum: Die natürliche Korrektur der Fehlstatik wird eingeschränkt, durch sein gestütztes Schuhwerk wird der Läufer noch mehr auf den Außenrand seiner Schuhe gehebelt, den er ohnehin schon zu stark belastet. Die durch zu starke Stützen so entstandene induzierte Supination führt oftmals zu Achillessehnenentzündungen.
Fazit: Eine Analyse sollte sich nicht nur das Sprunggelenk beschränken!
Lassen Sie sich nicht blenden von allzu viel technischem Schnickschnack. Entscheidend ist immer noch das Wissen, das der Mann hinter den Kameras bzw. dem Computer besitzt. Leider gab es in der Vergangenheit kein Gütesiegel, durch welches sich der Läufer sicher sein konnte, dass er von einem kompetenten Bewegungsanalysten betreut wird, weswegen der Laufsportarzt und Buchautor Dr. Marquardt ein solches Gütesiegel eingeführt hat: Der Bewegungsanalytiker unseres Hauses, Andreas Kraus, hat die Prüfung zum zertifizierten Bewegungsanalytiker (cs) nach dem Currex-System mit Erfolg abgelegt und somit die Fähig- und Fertigkeiten zu Durchführung und Interpretation einer Bewegungsanalyse unter Beweis gestellt. Aufgrund dieser Kompetenzbündelung ist Andreas Kraus seit dem Jahr 2008 Mitglied im Schuhtest-Team von triathlon, Europas größtem Triathlon-Magazin.
Neben der reinen fachlichen Qualifikation sollte der “Mann hinter der Kamera” zudem selbst ein Läufer sein, damit er Ihre Aussagen auch nachvollziehen und interpretieren kann. Besitzt er eine Ausbildung und Qualifikation in punkto Lauftechnik? Der Bewegungsanalytiker unseres Hauses, Andreas Kraus, führte bislang über 500 Analysen durch. Er ist zudem geprüfter und lizenzierter Natural-running Trainer. Diese Kombination von einem zertifizierten Bewegungsanalysten mit dem Zusatzwissen eines Lauf- (technik-) Trainers unterscheidet uns von von allen anderen Bewegungsanalyseinstituten, auch in der weiteren räumlichen Umgebung.

Ausgebildet wurdet Andreas Kraus von den Fachexperten für Bewegungsanalysen: Björn Gustafsson und Dr. med. Matthias Marquardt.
Björn Gustafsson schloss seine Profikarriere als Triathlonjuniorenweltmeister ab und studierte dann Sportwissenschaften. Er führte selbst über 4.000 Bewegungsanalysen durch und leitet heute Seminare, die mit bis zu 60 medizinischen Fortbildungspunkten von der Landesärztekammer Niedersachsen bewertet werden.
Dr. med. Matthias Marquardt

Der Autor von drei Fachbüchern über den Laufsport ist Inhaber einer Triathlontrainer B-Lizenz und in der Betreuung von Freizeit- und Leistungssportlern tätig. Er betreut unter anderem Clemens Coenen, welcher beim Ironman 2008 auf Hawaii souverän seine Altersklasse gewann. Dr. Marquardt präsentiert sein sportmedizinisches Fachwissen für Schuhversorgung und Verletzungsprophylaxe ferner seit 1999 in Fachzeitschriften wie triathlon und RUNNING. Im Rahmen seiner sportmedizinischen Tätigkeiten entwickelte Dr. Marquardt die natural running-Lauftechnik. Er ist ein gefragter Referent auf Fachschulungen zur Bewegungsanalyse und Verletzungsprophylaxe für Athleten, Trainer, Sporthändler und Ärzte.
Zusammen mit unserer Firma entwickelte er das Konzept “Tune my Shoe” zur Optimierung von Laufschuhen. Mehr über Dr. Marquardt, natural-running und diesem Konzept erfahren Sie hier.
Die ermittelten Analyseergebnisse sollten stets in einer Versorgungsempfehlung enden, die aktive und passive Maßnahmen aufzeigt. Gerade diese Kombination führt zu einem maximalen Nutzen für den Läufer. Daher darf sich das Analyseergebnis nicht auf eine Einlagenversorgung beschränken.
In den aktiv zu bearbeitenden Bereichen geht es um die Vertiefung lauftechnischen Fähigkeiten. So sollte der Laufstil auf unökonomische Fehlbewegungen untersucht werden, welche dann durch Kräftigungs- und Stretchingübungen (Beseitigung sogenannter „Muskulärer Dysbalancen“), sowie durch die Aneignung einer effizienten Lauftechnik verbessert werden kann. Sie werden dadurch ein schnellerer Läufer und bleiben gesund. Hierzu kann Sie in unserem Hause der geprüfte und lizenzierte Natural-running Trainer Andreas Kraus beraten.
Neben diesen aktiven Maßnahmen sind aber auch passive Maßnahmen zu Vermeidung von Verletzungen notwendig. Dazu gehört in manchen Fällen eine individuelle Einlagenversorgung, auf jeden Fall aber eine gute Laufschuhberatung. Wir verwenden die von Björn Gustafsson entwickelte Software “motionQuest”.
In welcher Ausführlichkeit in unserem Hause eine Bewegungsanalyse durchgeführt wird, erfahren Sie hier.
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