Video-Bewegungsanalyse, Orthopädie Schuh und Technik: Kraus GmbH, Ulm

Orth. Fußeinlagen

Orthopädische, nach Maß gefertigte Einlagen sind funktionelle Orthesen zur Korrektur, Stützung oder Bettung von Fußdeformitäten, zur Entlastung oder Lastumverteilung der Fußweichteile, der Bein- oder auch Wirbelsäulengelenke. Sie können aus Kork, Leder, thermoplastischen Kunststoffen und/oder Metall gefertigt werden. Wir benutzen bei der Herstellung unserer Einlagen die modernsten Materialen und Diagnosesysteme.




Der Computer: Sinnvoll oder nur eine beeindruckende “Show”  bei der Einlagenfertigung?

Ein Computersystem lässt heute fast jeden Therapiebereich moderner und “up to date” erscheinen. Die Frage ist nur, ob durch Computersysteme sich bessere Einlagen für Ihre Füße herstellen lassen.


Computersysteme zur Diagnose

Computersysteme für die Fußdiagnose, wie z. Bsp. für die plantare elektronische Druckmessung sind von großem Nutzen. Eine aussagekräftige Bewegungsanalyse kann ohne ein computergestütztes System erst gar nicht durchgeführt werden.


Computergefräßte Einlagen

Wir sind -auch nach Rücksprache mit Kollegen- zur Zeit nicht von computergefräßten Einlagen überzeugt. Unserer Meinung nach kann ein Computer alleine nicht beurteilen, wie ausgeprägt zum Beispiel die Fußgewölbe unterstützt werden sollen. Erfahrungswerte durch langjähriges “Know how” sollten bei der Konstruktion von Einlagen immer mit einfließen.

Ein wirklich sinnvoller Mix verschiedener Materialien und Materialhärten lässt sich unserer Meinung nach in einer Sandwich-Bauweise besser verwirklichen, als bei einer Fräßeinlage, bei der ein Schaumgummiblock von einer Fräse in eine sinnvolle Form gebracht werden soll. Durch die Verwendung eines solchen Schaumgummiblockes, der zudem meistens nur aus einem einzigen Härtegrad besteht, ist bei Fräßeinlagen ein Materialmix daher oftmals nicht vorhanden. Für Besitzer einer Fräßeinlage: Nehmen Sie Ihre Einlage einmal in die Hand und verwringen Sie sie. Ihre Einlage lässt sich in alle Richtungen verbiegen, richtig? Oftmals sollten die Einlagen jedoch einen “Detorsionskern” besitzen. Diese minimieren eine übermäßige Verwringung (Torsion) des Vorfußes gegen den Rückfuß. Der Mittelfußbereich der Einlage wird daher durch ein härteres Material verstärkt.


Fazit

Ein sinnvoller und oftmals erforderlicher Materialmix bei der Fertigung von Einlagen ist unserer Meinung nach bei Sandwich-Bauweise besser möglich, als bei Fräßeinlagen, moderner Computer hin oder her. Unsere Einlagen werden daher in einer Sandwich-Bauweise gefertigt.




Verschiedene Einlagentypen

Anbei stellen wir Ihnen die meistverbreiteten bzw. meistverordneten Einlagentypen vor und erläutern Ihnen dabei kurz die Charakteristik der einzelnen Einlagentypen. Diese Einlagen sind im so genannten Hilfsmittelverzeichnis der (gesetzlichen) Krankenkassen inbegriffen, so dass ein Großteil der Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.
Allerdings wurden die Kassen im Laufe der Jahre was den Rezeptierungstext für Einlagen angeht, immer “detailverliebter”. Damit der Eigenanteil für Sie auf ein Minimum reduziert werden kann, ist deshalb ein detailliertes Rezept von großer Bedeutung. Sinnvoll ist es daher, dass der Rezepttext dem Wortlaut des Hilfsmittelverzeichnisses entspricht, damit die Kostenübernahme für das notwendige Hilfsmittel von den Krankenkassen problemlos bearbeitet werden bzw. erfolgen kann.


Wir haben Ihnen deswegen Rezeptierungsvorschläge zu den jeweiligen Einlagentypen angegeben. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine Empfehlung aus handwerklicher Sicht handelt. Über eine medizinische Notwendigkeit entscheidet ausschließlich der Arzt.


Weichpolstereinlagen


Weichpolstereinlagen


Diese Einlage erfreut sich großer Beliebtheit. Durch eine Kunststoffversteifung ist sie korrigierend wirkend, bietet jedoch durch ihr dämpfenden Eigenschaften einen großen Tragekomfort. Diese Einlage ist besonders für schmerzhafte Füße geeignet. Der Vorteil dieser Einlage liegt in der weichen Abpolsterung des gesamten Fußes zur Vermeidung von Druckspitzen.


Unser Rezeptierungsvorschlag: “1 Paar Weichpolstereinlagen, langsohlig, nach Formabdruck”.
Folgende Zusatzkomponenten sind –auch in Kombination- bei diesem Einlagentyp möglich, müssen aber ausdrücklich auf dem Rezept aufgeführt sein:

  • „mit Supinationskeil“
  • „mit Pronationskeil“
  • „mit Fersenspornpolster“
  • „mit Verkürzungsausgleich (re./links, Höhenangabe)“


Einlagen für den Sportler


Einlagen für den Sportler


Diese Einlagen berücksichtigen die besonderen biodynamischen Gegebenheiten. Die Einlage stützt und führt, weist jedoch auch dämpfende Eigenschaften auf.


Unser Rezeptierungsvorschlag: “1 Paar Kunststoff-Schaleneinlagen mit Vorfuß- und Fersenpolster nach Formabdruck”.
Folgende Zusatzkomponenten sind –auch in Kombination- bei diesem Einlagentyp möglich, müssen aber ausdrücklich auf dem Rezept aufgeführt sein:

  • „mit Supinationskeil“
  • „mit Pronationskeil“
  • „mit Verkürzungsausgleich (re./links, Höhenangabe)“


Kunststoff-Leder-Einlagen


Kunststoff-Leder-Einlagen


Für enggeschnittene, elegante Schuhe empfehlen wir unsere dünnste Einlage, die Kunststoff-Leder-Einlage. Diese Einlage wird aus thermoplastisch verformbaren Kunststoffen mit leichtem Polster gearbeitet.


Unser Rezeptierungsvorschlag: “1 Paar Kunststoff-Weichschaum-Einlagen, langsohlig, nach Formabdruck”.
Folgende Zusatzkomponenten sind –auch in Kombination- bei diesem Einlagentyp möglich, müssen aber ausdrücklich auf dem Rezept aufgeführt sein:

  • „mit Supinationskeil“
  • „mit Pronationskeil“
  • „mit Fersenspornpolster“
  • „mit Verkürzungsausgleich (re./links, Höhenangabe)“


Kork-Leder-Einlagen


Kork-Leder-Einlagen


Unser Klassiker. Die Einlage hebt sich durch eine korrigierende Wirkung hervor.


Unser Rezeptierungsvorschlag: “1 Paar Kork-Leder-Einlagen, langsohlig, nach Formabdruck”
Folgende Zusatzkomponenten sind – auch in Kombination – bei diesem Einlagentyp möglich, müssen aber ausdrücklich auf dem Rezept aufgeführt sein:

  • „mit Supinationskeil“
  • „mit Pronationskeil“
  • „mit Weichbettung ¾ lang“ (von Ferse bis Mittelfuß)
  • „mit Vorfußweichbettung“
  • „mit Fersenspornpolster“
  • „mit Verkürzungsausgleich (re./links, Höhenangabe)“


Kindereinlagen


Kindereinlagen


Für (Kinder-) Füße, bei denen eine starke Korrektur erwünscht ist, empfehlen wir die Kunststoff-Schaleneinlage. Sie sind aus thermoplastischen Kunststoff gefertigt, extrem stabil und gegen Druck widerstandsfähig. Diese Einlagen umfassen den Fuß schalenartig im Fersenbereich.


Unser Rezeptierungsvorschlag: “1 Paar Kunststoff-Leder-Schaleneinlagen, langsohlig, nach Formabdruck”.
Folgende Zusatzkomponenten sind –auch in Kombination- bei diesem Einlagentyp möglich, müssen aber ausdrücklich auf dem Rezept aufgeführt sein:

  • „mit Supinationskeil“
  • „mit Pronationskeil“
  • „mit Weichbettung ¾ lang“ (von Ferse bis Mittelfuß)
  • „mit Vorfußweichbettung“
  • „mit Verkürzungsausgleich (re./links, Höhenangabe)“


Kopie-Einlagen


Kopie-Einlagen


Dies ist der einzige Einlagentyp, an dem die Anbringung einer so genannten „Rigidusfeder“ von den Krankenkassen übernommen wird. Im Gegenzug kann hier allerdings nicht der exakte Formabdruck angewendet werden.


Die Hallux Rigidusfeder soll abrollerleichternd bei versteiftem Großzehengrundgelenk wirken und unzuträgliche Drücke von diesem abhalten.



Kopie-Einlagen mit Rigidusfeder



Das in weiß angebrachte Material stellt die versteifende Rigidusfeder dar.


Unser Rezeptierungsvorschlag: “1 Paar Kunststoff-Leder-Kopie-Einlagen, langsohlig.”


Folgende Zusatzkomponenten sind –auch in Kombination- bei diesem Einlagentyp möglich, müssen aber ausdrücklich auf dem Rezept aufgeführt sein:

  • „mit Supinationskeil“
  • „mit Pronationskeil“
  • „mit Rigidusfeder“
  • „mit Weichbettung ¾ lang“ (von Ferse bis Mittelfuß)
  • „mit Vorfußweichbettung“
  • „mit Fersenspornpolster“
  • „mit Verkürzungsausgleich (re./links, Höhenangabe)“


Längs- und Quergewölbestützen (Pelotten)

Für sehr eng geschnittene Schuhe oder offene Schuhe empfehlen wir diese fest eingebaute Alternative zur Statikkorrektur. Oftmals ist in eleganten Schuhe (Slippers, Pumps, Mokassins) der Platz zu eng für eine Einlagenversorgung. Die Längs- und Quergewölbestützen sind daher die beste Möglichkeit, um auch in solchen Schuhen die Füße optimal unterstützen zu können. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Schuhzurichtungen.


Diese sinnvollen und seit Jahrzehnten bei den Patienten beliebten Fußgewölbestützen wurden von den gesetzlichen Krankenkassen zum 01.06.2007 aus dem Hilfsmittelverzeichnis gestrichen!




Weitergehende Informationen über die Einlagenversorgung


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