Orthopädische Schuhzurichtungen

 

Bei orth. Schuhzurichtungen wird der vorhandene Schuh so gestaltet, dass durch einzeln oder in Kombination vorgenommene Arbeiten, Fußbeschwerden, die die Gehfähigkeit und Gehausdauer einschränken, beseitigt oder gemindert werden. Häufig vorkommende Schuhzurichtungen sind zum Beispiel die Schuherhöhung zum Ausgleich eines Beckenschiefstandes oder Schmetterlingsrollen. Zur besseren Erkennbarkeit wurden leuchtende Farben verwendet. Natürlich sind wir aber bemüht, die Schuhzurichtungen so gut wie möglich “zu verstecken”, getreu unserem Motto: Außen Mode, innen Orthopädie!

Selbst an Sicherheitsschuhen sind diese Schuhzurichtungen möglich. Wir möchten, dass Sie sich auch bei der Arbeit wohlfühlen. Bitte beachten Sie diese Hinweise.

Schuhzurichtungen sind im so genannten Hilfsmittelverzeichnis der (gesetzlichen) Krankenkassen inbegriffen, so dass ein Großteil der Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.
Allerdings wurden die Kassen im Laufe der Jahre was den Rezeptierungstext angeht, immer “detailverliebter”. Damit der Eigenanteil für Sie auf ein Minimum reduziert werden kann, ist deshalb ein detailliertes Rezept von großer Bedeutung. Sinnvoll ist es daher, dass der Rezepttext dem Wortlaut des Hilfsmittelverzeichnisses entspricht, damit die Kostenübernahme für das notwendige Hilfsmittel von den Krankenkassen problemlos bearbeitet werden bzw. erfolgen kann.

Wir haben Ihnen deswegen Rezeptierungsvorschläge zu den jeweiligen Schuhzurichtungen angegeben. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine Empfehlung aus handwerklicher Sicht handelt. Über eine medizinische Notwendigkeit entscheidet ausschließlich der Arzt.

 

Schuherhöhungen

Schuherhöhungen

Ein angeborenes oder durch Operationen entstandenes verkürztes Bein führt zu einem Beckenschiefstand, welcher zu Problemen in der Lendenwirbelsäule führen kann. Durch eine einseitige Schuherhöhung kann somit eine Beinlängendifferenz bis max. 3cm ausgeglichen werden.

Unser Rezeptierungsvorschlag: ” Schuhsohlenerhöhung …mm, rechts bzw. links für (1-3) Paar Schuhe”

 

Außen- oder Innenranderhöhungen

Außen- oder Innenranderhöhungen

Insbesondere bei Kniebeschwerden kann durch eine absichtliche „Schrägstellung“ der Schuhe eine Erleichterung bzw. eine Entlastung bestimmte Kniebereiche erreicht werden.

Durch eine Außenranderhöhung wird die Beinstatik beim O-Bein verbessert. Auch bei einer Außenbandverletzung des Sprunggelenks ist die Außenranderhöhung hilfreich.
Analog hierzu wird die Innenranderhöhung bei einem X-Bein verordnet

Unser Rezeptierungsvorschlag:
“Schuhaußenranderhöhung (re, links, bds.) um … mm für (1-3) Paar Schuhe” oder
“Schuhinnenranderhöhung (re, links, bds.) um … mm für (1-3) Paar Schuhe”

 

Sohlenrollen

Sohlenrollen

Mit den Sohlenrollen wird Einfluss auf Schrittabwicklung,  auf die Bewegung der Zehengrundgelenke bzw. des Mittelfußes und auf Vorfußbelastung genommen. Es gibt mehrere Variationen der Sohlenrollen:

a) Die Schmetterlingsrolle

Schmetterlingsrolle

Schmetterlingsrollen haben sich besonders bewährt bei Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen II-III. Eine Entlastung der schmerzhaften Region kann durch diese Zurichtung erreicht werden: Die Schrittabwicklung wird durch eine Schrittabrollung ersetzt, der Ballen wird durch eine Scheitellinienrückverlagerung entlastet und der schmerzhafte Spreizfuß durch eine Polsterung sanft gebettet.

Unser Rezeptierungsvorschlag: “Schmetterlingsrollen mit Weichbettung der Mittelfußköpfchen für (1-3) Paar Schuhe”
Achtung: Bei einseitiger Indikation ist ein Ausgleich auf der Gegenseite notwendig, da durch das Anbringen der Rolle immer eine Beinverlängerung entsteht und somit sonst ein Beckenschiefstand entsteht (Rezeptierungszusatz: “Mit Ausgleichsrolle auf der Gegenseite“.)

b) Die Mittelfußrolle (rückversetzte Rolle)

Die Mittelfußrolle (rückversetzte Rolle)

Der Rollenscheitel ist weit zum Sprunggelenk hin verlagert. Dadurch erfolgt eine frühe Einleitung der Fußabrollung. Die Rolle „übernimmt“ die Dorsalextension des oberen Sprunggelenks. Sie ist daher bei Beschwerden im OSG, in der Fußwurzel, als auch bei Stressfrakturen des Mittelfußes hilfreich.

Unser Rezeptierungsvorschlag:
“Mittelfußrollen jeweils mit Absatzangleichung (links, rechts oder beidseits) für (1-3) Paar Schuhe.
Achtung: Bei einseitiger Indikation ist ein Ausgleich auf der Gegenseite notwendig, da durch das Anbringen der Rolle immer eine Beinverlängerung entsteht und somit sonst ein Beckenschiefstand entsteht (Rezeptierungszusatz: “Mit Ausgleichsrolle auf der Gegenseite“.)

c) Die Ballenrolle

Der Rollenscheitel befindet sich in Höhe der Ballenlinie. Dadurch erfolgt eine Erleichterung der Fußabrollung sowie eine Funktionsentlastung der Zehengrundgelenke. Bei schmerzhafter Bewegungseinschränkung der Zehen (-grundgelenke), Hallux valgus, Metatarsalgie oder Morton-Neuralgie ist dieser Rollentyp indiziert.

Unser Rezeptierungsvorschlag:
“Ballenrollen jeweils mit Absatzangleichung (links, rechts oder beidseits) für (1-3) Paar Schuhe.“
Achtung: Bei einseitiger Indikation ist ein Ausgleich auf der Gegenseite notwendig, da durch das Anbringen der Rolle immer eine Beinverlängerung entsteht und somit sonst ein Beckenschiefstand entsteht (Rezeptierungszusatz: “Mit Ausgleichsrolle auf der Gegenseite“.)

d) Die Hallux –rigidus-Rolle

Die Hallux –rigidus-Rolle

Der Scheitel der aus möglichst festem Material bestehenden Hallux-rigidus-Rolle liegt unter den Mittelfußköpfchen. Sie wirkt insgesamt sohlenversteifend. Unter dem Endglied der Großzehe ist die Rolle ausgespart um so das Großzehengrundgelenk ruhig zu stellen.

Unser Rezeptierungsvorschlag:
“Hallux-rigidus-Rollen jeweils mit Absatzangleichung (links, rechts oder beidseits) für (1-3) Paar Schuhe.“
Achtung: Bei einseitiger Indikation ist ein Ausgleich auf der Gegenseite notwendig, da durch das Anbringen der Rolle immer eine Beinverlängerung entsteht und somit sonst ein Beckenschiefstand entsteht (Rezeptierungszusatz: “Mit Ausgleichsrolle auf der Gegenseite“.)

e) Die Zehenrolle („Sohlenabsatz“)

Die Zehenrolle

Der Rollenscheitel befindet sich nahe der Fußspitze. Als Folge wird die Schrittabwicklung erschwert.  Der Fuß bleibt länger in der „Aufliegephase“ und kann erst verspätet abgewickelt werden. Durch die vermehrte Spannung der Wadenmuskulatur erfolgt eine Stabilisierung des Kniegelenkes.

Unser Rezeptierungsvorschlag:
“Zehenrollen jeweils mit Absatzangleichung (links, rechts oder beidseits) für (1-3) Paar Schuhe.“
Achtung: Bei einseitiger Indikation ist ein Ausgleich auf der Gegenseite notwendig, da durch das Anbringen der Rolle immer eine Beinverlängerung entsteht und somit sonst ein Beckenschiefstand entsteht (Rezeptierungszusatz: “Mit Ausgleichsrolle auf der Gegenseite“.)

 

Pufferabsätze

Pufferabsätze   Pufferabsätze

Pufferabsätze wirken wie ein “Stoßdämpfer” beim Fersenauftritt. Sie sind sinnvoll bei einem Fersensporn, Frakturen im Rückfußbereich oder Beschwerden von Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Leider sind die Pufferabsätze seit dem 01.06.07 keine Kassenleistungen mehr. Für Selbstzahler können wir jedoch Pufferabsätze nach wie vor fertigen.

 

Abrollabsätze

Abrollabsätze   Abrollabsätze

Abrollabsätze sind nach wie vor rezeptierbar und sorgen ähnlich wie die Pufferabsätze für einen sanfteren Fersenauftritt. Indiziert ist ein solcher Abrollabsatz vor allem bei Fußwurzelarthrosen und Sprunggelenksarthrosen.

Unser Rezeptierungsvorschlag:  “Abrollabsätze für (1-3) Paar Schuhe”

 

Längs- und Quergewölbestützen (Pelotten)

Die Quergewölbestütze
Die Quergewölbestütze

Die Längsgewölbestütze
Die Längsgewölbestütze

Für sehr eng geschnittene Schuhe oder offene Schuhe empfehlen wir diese fest eingebaute Alternative zur Statikkorrektur anstelle von losen Einlagen. Oftmals ist in eleganten Schuhe (Slippers, Pumps, Mokassins) der Platz zu eng für eine Einlagenversorgung. Die Längs- und Quergewölbestützen sind daher die beste Möglichkeit, um auch in solchen Schuhen die Füße optimal unterstützen zu können. Diese sinnvollen und seit Jahrzehnten bei den Patienten beliebten Fußgewölbestützen wurden von den gesetzlichen Krankenkassen zum 01.06.2007 aus dem Hilfsmittelverzeichnis gestrichen! Für Selbstzahler können wir aber nach wie vor diese Stützen gerne in die Schuhe einarbeiten.

 

Die Stufenentlastung

Die Stufenentlastung

Die Stufenentlastung ist nach wie vor rezeptierbar und sorgt ähnlich wie die Quergewölbestütze für eine Vorfußentlastung. Im Gegensatz zur Quergewölbestütze erfolgt bei der Querfußbrücke (Stufenentlastung) eine durchgehende Entlastung vom 1. bis 5. Mittelfußköpfchen.

Unser Rezeptierungsvorschlag:  “Einarbeitung einer Stufenentlastung für (1-3) Paar Schuhe”

 

Die Punktentlastung

Die Punktentlastung

Hierbei wird ein schmerzhafte Fußbereich im Schuh oder an der Fußbettung ausgehöhlt und mit Polstergummi oder Silikonmasse ausgepolstert. Leider ist die Punktentlastung seit dem 01. Juni 2007 keine Kassenleistungen mehr. Für Selbstzahler können wir sie jedoch nach wie vor gerne fertigen.

 

Die Einarbeitung einer Haglundfersenentlastung oder Vorfußrückenpolsters

Haglundfersenentlastung oder Vorfußrückenpolsters

Die empfindliche Haglundferse durch eine Polsterung entlastet. Analog kann eine solche Polsterung auch für den Vorfußrückenbereich angebracht werden.

Unser Rezeptierungsvorschlag:  “Einarbeitung einer Haglundfersenentlastung für (1-3) Paar Schuhe” oder
“Einarbeitung eines Vorfußrückenpolsters für (1-3) Paar Schuhe”

 

Die Schuhbodenversteifung

Die Schuhbodenversteifung   Die Schuhbodenversteifung

Sie führt zu einer Ruhigstellung der Fußsohle und der dabei betroffenen Gelenke. Die Versteifung erfolgt meistens durch die Einarbeitung von Stahl oder Glasfasermaterialien. Damit der Fuß dennoch gut abrollen kann, sollte eine Sohlenrolle ebenfalls eingearbeitet werden; andernfalls würde das Laufbild dem des Laufens in starren Skistiefeln entsprechen.

Unser Rezeptierungsvorschlag:  “Einarbeitung einer Schuhbodenversteifung mit Sohlenrolle für (1-3) Paar Schuhe”.
Achtung: Bei einseitiger Indikation ist ein Ausgleich auf der Gegenseite notwendig, da sonst u.a. ein Beckenschiefstand entsteht (Rezeptierungszusatz: “Mit Ausgleichsrolle auf der Gegenseite“.)

 

Schuhbodenverbreiterung

Schuhbodenverbreiterung

Zur Verbesserung der Standsicherheit bzw. der Vermeidung von Fuß (-um-)knicktendenzen kann die
Verbreiterung des Schuhbodens vorgenommen werden.

Unser Rezeptierungsvorschlag:  “Schuhbodenverbreiterung für (1-3) Paar Schuhe”.

 

Anbringen von Klett-, Reiss- oder Schnallenverschluß

Anbringen von Klett-, Reiss- oder Schnallenverschluß   Anbringen von Klett-, Reiss- oder Schnallenverschluß

Bei Spastik, Rheuma, Apoplex, Hüftversteifung oder für Einhänder bestehen oftmals Schwierigkeiten, die Fabrikschuhe selbst öffnen oder Schließen zu können. Deshalb kann hier die Umarbeitung solcher Schuhe hilfreich sein.

Unser Rezeptierungsvorschlag:

  • “Anbringung von (…) Stück Klettverschlüsse” oder
  • “Anbringung von (…) Stück Reissverschlüsse” oder
  • “Anbringung von (…) Stück Schnallenverschlüsse”

 

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